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AHF-Jahrestagung 2017
 
vom 1. bis 5. Oktober 2017 in Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
 
»Fachwerk in Europa«
Call for Papers

 
In den letzten Jahrzehnten wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern historische Fachwerkgebäude systematisch untersucht und häufig auch dendrochronologisch datiert. Dadurch konnte das Wissen über die Entwicklung der Holzgerüstkonstruktionen und der Dekorformen seit dem 13. Jahrhundert grundlegend erweitert werden. Der Fokus des AHF lag bislang vorrangig auf der Darstellung der Fachwerk- oder Gefügeforschung im Gebiet der heutigen Bundesrepublik.

Daher ist es folgerichtig, nun die Perspektive weiter zur fassen und zu fragen, wo in Europa Fachwerk verwendet wurde und wie der Forschungsstand dazu in dem jeweiligen Land zu beurteilen ist. Dieser im europäischen Kontext vergleichende Ansatz ist ein Forschungsdesiderat, denn die Vorstellungen über die räumliche Verbreitung von Holzgerüst- und Fachwerkbauten geht im Wesentlichen noch auf das 19. Jahrhundert zurück, als im Zuge der Nationalstaatenbildung nach identitätsstiftenden und die Ausdehnung der Staatsterritorien legitimierenden baulich-historischen Begründungen gesucht wurde. Diese durch den Bestand nicht verifizierbaren, jedoch wirkmächtigen völkisch-stammesorientierten Theorien werden in der populären Diskussion bis heute rezipiert, weil es ein übergreifendes, auf dem Befund und der vergleichenden Beobachtung basierendes Konzept für die Interpretation zeitlich  und räumlich divergierender Gefügephänomene im europäischen Kontext nicht gibt.
Ein erster Schritt, um Aussagen zu übergeordneten Strukturen in der historischen Entwicklung des Fachwerkbaus treffen zu können, ist die Feststellung des Status quo der Fachwerkforschung in den europäischen Ländern. Dies soll das wesentliche Ziel der AHF-Jahrestagung 2017 sein.
 
Dazu werden Referenten gesucht, die mit Vorträgen von 25-30 Minuten Dauer wesentliche Charakteristika der Fachwerkentwicklung einer Region bzw. eines Landes in Europa darstellen. Die Referate können in deutscher, englischer oder französischer Sprache gehalten werden. Neben der Bild- oder Powerpointprojektion des Vortrages soll eine zweite Projektion die wichtigsten Inhalte der Folie  in englischer Übersetzung das Nachvollziehen des Vortrags erleichtern.
 
Bis zum
28. Februar 2017 sollten die Themenvorschläge mit einem kurzen Abstract (max. 250 Wörter) und einem Lebenslauf (Kurzvita, max. 5 Zeilen) eingereicht werden. Die Auswahl der Themen durch das Vorbereitungsteam erfolgt bis zum 30. April 2017 und anschließend werden die Referenten über die Annahme ihres Themas informiert. Die Schriftfassung sollte bis zum 15. September 2017 vorgelegt werden.
 
Die Beiträge sollen entsprechend der geographischen Lage des jeweiligen Untersuchungsgebietes in Sektionen von West nach Ost geordnet werden. Zeitlich können die vorgestellten Beispiele bis zum Ende der Frühe Neuzeit (17./18. Jahrhundert) reichen. Die jüngere Fachwerkentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert ist nicht Thema dieser Tagung.
 
Die Vorträge sollten vergleichend Fachwerke vorstellen. Die monographische Vorstellung einzelner Gebäude ist ebenso wenig vorgesehen, wie die anderer Formen des Holzbaus  (z.B. Blockbau). Dachtragwerke sollen nur insofern eingebunden werden, wie sie für die Konstruktion der Giebelscheiben oder bei Walmen der Giebeltrapeze von Belang sind.  
 
Zur Gliederung der Vorträge können die folgenden  Fragen hilfreich sein:
 
-Wann treten die ältesten Fachwerke auf, welche Grundgerüste gibt es (Stockwerk-, Geschoss-und Hoch- bzw. Innengerüste), wie ist der Dachgiebel gestaltet?
 
-Welche Arten von Holzverbindungen (z.B. Verblattung, Verzapfung, Verkämmung) treten zu welchen Zeiten auf?
 
-Wie wird die Kubatur des Gebäudes, seine Dimensionierung, und seine Orientierung auf derParzelle bzw. zur Straße in die Gestaltung einbezogen?
 
-Welche Bedeutung haben Erker, Laubengänge, Treppentürme, Kamine und die Anordnung der Fenster bei der Gestaltung von Fachwerkbauten?
 
-Welche Schmuckformen gibt es, wie sind diese auf der Wandfläche  verteilt, wo und wann treten ornamentale, figürliche Zierformen oder Inschriften auf?
 
-Welche Bezüge bestehen zwischen Konstruktion und Nutzung (Raum- und Funktionsstruktur)eines Gebäudes? Hier wäre nach Wohn- und Wirtschaftsräumen (z.B. Werkstätten, Läden, Speicherböden, Tennen, Stallungen, Räume mit und ohne Feuerstellen, Erschließungs- räume) zu fragen.
 
-Wie greifen mittelalterliche oder frühneuzeitliche Bauvorschriften in die Gestaltung von Fachwerken ein?
 
-Wünschenswert wären auch einige knappe Hinweise zur Forschungslage: Wie sieht die Fachliteratur in den jeweiligen Ländern aus?
 
-Welche Fragen stellt die Forschung im jeweiligen Land an Fachwerkgebäude und mit welcherMethodik wird versucht, diese  zu beantworten?
 
 
Vorschläge für Vorträge senden Sie bitte bis zum 28. Februar 2017 an Thomas Eißing
per E-Mail: thomas.eissing@uni-bamberg-de
Tel.: 0049 (0)951-863-2338
Postanschrift: Dr.-Ing. Thomas Eißing
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte (IADK)
Am Kranen 12, D-96047 Bamberg
 
Wir bitten zu dem jeweils vorgeschlagenen Thema ein kurzes
Abstract (max. 250 Wörter) und einen kurzen Lebenslauf (Kurzvita, max. 5 Zeilen) einzureichen.