![]() Vielzweckbauernhaus mit Küche, Stall und Speicher. Fassadensichtige Bodenbohlen. Malvaglia (TI), Dandrio Ziele Hauptthema der Forschergruppe bilden ländliche Bauten im Alpenraum auf allen Höhen- bzw. Nutzungsstufen. Im Mittelpunkt des Interesses stehen Konstruktionen, Nutzungen, Wohnformen und architektonische Entwicklungen. Dazu sollen soziale, rechtshistorische und wirtschaftsgeschichtliche Rahmenbedingungen und Zusammenhänge ausführlich berücksichtigt sein. Als Ausgangspunkte können Arbeiten von Bauernhausforschung, Kunstdenkmälerinventarisation, Bauuntersuchungen von Denkmalpflegestellen oderPrivatpersonen dienen sowie Forschungsarbeiten aus den Bereichen Geschichte, Wirtschaft, Recht, Geografie u.a. Neben direktem Informationsaustausch werden thematische Tagungen, Exkursionen organisiert und von Fall zu Fall auch die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen gesucht, von denen es mittlerweile eine ganze Reihe gibt. Wichtige Ergebnisse sollen in geeigneter Form publiziert werden. ![]() Blockbau mit fassadensichtigen Boden-/ Deckenbohlen. Haus Nideröst, Schwyz, Kernbau datiert 1176 Form Die Forschergruppe Alpen ist zur Zeit eine informelle Arbeitsgruppe des Arbeitskreises für Hausforschung (AHF) und konstituiert sich im übrigen selber. Die Teilnehmenden dieser Regionalgruppe müssen nicht zwingend Mitglied des AHF sein. Die Adressliste umfasst zur Zeit 119 Interessentinnen und Interessenten (Liste bei Benno Furrer, Schweizerische Bauernhausforschung). Der Informationsaustausch erfolgt über die üblichen Kommunikationsmittel sowie periodische Treffen. Der AHF kann im Rahmen seiner Vereinsmittel Tagungspublikationen unterstützen bzw. Artikel in bestehenden Publikationsgefässen veröffentlichen. Arbeitsgruppe Alpen Themenkatalog gemäss Umfrage, Stand Ende 2002 * Alpenatlas (analog Ellenberg) * Alpgebäude (Melioration) * Architekturformen Alpgebäude * Bau- und Siedlungsgeschichtliche Datenbank * Baualter * Bauernhausforschung, Geschichte der * Baumaterial * Bauuntersuchung, Bauphasen * Betriebssysteme * Blockau Mittelalter * Dachmaterialien * Dachkonstruktion * Dendrochronologie * Denkmalpflege * Diskussionsforum Internet * Entwicklungsgeschichte Häuser * Farbe in Architektur * Forstwirtschaft * Gefüge * Gestaltung am Bau * Hausbau * Hausgeschichte * ICAS-Zusammenarbeit, Organisation * Kornwirtschaftsbauten * Maiensässe * Neubaugestaltung, -Nutzung, -Planung * Rahmenbedingungen * Raumstrukturen * Restaurierung * Sanierung * Siedlung * Sozialgeschichte * Sozialtopographie * Stadt-Land Interaktion * Stube-Entwicklung * Tirol * Umbau, Umnutzung * Veränderungen * Wirtschaftsgeschichte * Wohnformen * Wohnhäuser * Wohnkultur![]() Sennhütte auf Alp Bernetsmatt, erbaut um 1920 in der Tradition der einräumigen, spätmittelalterlichen Sennhütten. Gemeinde Silenen (UR) Publikationen Kulturaustausch im ländlichen Hausbau. Inneralpin – Transalpin. Berichte über die Tagung der Regionalgruppe Alpen in Schwyz, 2002. Mit Beiträgen von Benno Furrer (Hg.), Christian Maise, Georges Descoeudres, Giovanni Buzzi, Claudine Remacle, Helmut Keim, Martin Laimer, Martin Bitschnau, Jakob Obrecht, Werner Meyer, Christoph Reding (Beiträge zur historischen Bauforschung in den Alpen). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2003 (ISBN 3-935590-99-7). Ca. 250 Seiten, 116 Fotos, 108 Zeichnungen. Gebunden; Preis: 59,- CHF; ca. 39;- Euro (zuzüglich Versandkosten) Das Buch enthält acht Aufsätze zum Thema ländliche Bauten mit fassadensichtigen Boden- /Deckenbohlen. Dieses Merkmal zeichnet die spätmittelalterlichen Wohnhäuser vor allem in der Zentralschweiz, aber auch im Bleniotal und im Südtirol aus. Bei Stadel und Speichern ist diese Bauweise nicht nur über den ganzen Alpenboden verbreitet, sondern auch während eines längeren Zeitraums angewendet worden. Im zweiten Teil des Buches bietet der Bericht zur archäologischen Grabung Melchsee-Frutt Müllerenhütte neue Erkenntnisse zu Wechselbeziehungen zwischen Alpwirtschaft und Bergbau. Erstmals konnte der Übergang von spätmittelalterlichen, einräumigen zu mehrräumigen Sennhütten archäologisch dokumentiert werden. Die zweiräumige Sennhütte ist auf Melchsee-Frutt eine um 1400 erfolgte Neuschöpfung im Zusammenhang mit exportorientierter Käseherstellung. Bestelladresse: Schweizerische Bauernhausforschung Hofstrasse 15, CH-6300 Zug E-Mail: info.bauernhausforschung@di.zg.ch Bisherige Aktivitäten Erste Tagung der Regionalgruppe Alpen vom 29. Juni bis 1. Juli 2002 in Schwyz - übergeordnetes Tagungsthema: Kulturaustausch im ländlichen Hausbau – inneralpin und transalpin mit den Aspekten: * Zusammenhänge zwischen Alpgebäuden, Organisations- und Produktions- formen in der Alpwirtschaft (Besitzverhältnisse, Nutzungsformen, Personal, historischer Bergbau) * Kulturaustausch im Hausbau durch Wanderhandwerker * Älteste Blockbauten im Alpenraum: “Neuerfindungen” oder Kulturaustausch * Traditionelle Hauslandschaften in den Alpen und die “touristische Nutzung”An der Tagung referierten folgende Personen: Benno Furrer Einführung und Übersicht Georges Descoeudres Das Haus Nideröst in Schwyz (1176d) und das Problem der “fahrenden” Häuser Giovanni Buzzi Blockbauten in den südlichen Alpentälern Malvaglia (Blenio) und Rovana (Maggia) – strukturelle Eigentümlichkeiten und Datierungen Martin Laimer Spätmittelalterliche Blockbauten im Passeiertal mit besonderer Berücksichtigung fassadensichtiger Bodenbohlen. Claudine Remacle Variété des planchers passant en façades au Val d’Aoste: XVe-XVIIe siècles. Christian Maise Prähistorische Blockbautechnik (Schweiz und Süddeutschland) Jakob Obrecht Die Entwicklung von der ein- zur mehrräumigen Alphütte am Beispiel archäologischer Befunde auf der Alp Melchsee-Frutt, OW Helmut Keim Fassadensichtige Böden bei Pfostenspeichern und –scheunen in Tirol Exkursionen Exkursion Schwyz, Reding-Hofstatt mit Haus Bethlehem (1287d) und Ital Reding (1609). Exkursion Blenio, Val Malvaglia, Dagro, Anzano, Dandrio. Bockbauten des 13.-18. Jahrhunderts in einem Steinbaugebiet. Besondere Siedlungskonstellation. Exkursion Alp, Melchsee-Frutt. Alpine Wüstungen, ein- und mehrräumige Sennhütten, Alpställe. Mögliche Beeinflussung der Bauformen durch Tätigkeiten im Eisenerzabbau. Die wissenschaftlichen Beiträge der Tagung sind 2003 als Tagungsband erschienen (s.o.). Tagung im Passeiertal, Südtirol 26. und 27. Mai 2006 Tagungsort: St. Leonhard in Passeier, Südtirol, Gasthof Sandhof Die Tagung hat das Passeiertal und seine unterschiedlichen Bau- und Wirtschaftsformen zum Schwerpunkt. Ein Charakteristikum dieses Seitentales des Etschtales ist es, dass sich in der Abfolge mehrerer Höhen- und Klimastufen, unterschiedliche Bau- und Wirtschaftsformen auf engstem Raum finden. Dabei reicht die Palette von den Weinhöfen am Talausgang (nahe dem Meraner Becken), über den landwirtschaftlich geprägten Talboden bei St. Martin und St. Leonhard i. P., den Pfostenspeichern und Pillen bei Moos i. P. bis hinauf zu den Almgebäuden in hoch gelegene Bergregionen, knapp unterhalb des Timmelsjoches oder des Jaufenpasses. Tagungsprogramm für die AHF-Regionalgruppe Alpen im Passeiertal vom 26. und 27. Mai 2006 * Begrüßung durch Landesrätin Dr. Sabina Kasslatter Mur, Dr. Martin Laimer, Dr. Albin Pixner * Dr. Harald Haller: Geschichtliche Einführung * Dr. Helmut Stampfer: Bäuerliche Baukultur in Südtirol – Denkmalpflege und Forschung * Dipl. Ing. Walter Hauser: Romanik in St. Martin in Passeier: Kellerbefunde an Hand der Dorfprospektion * Dr. Martin Mittermair:Die Passeirer Schildhöfe * Dr. Helmut Keim: Pfostenspeicher im Passeier- und Ötztal * Dipl.-Ing. Walter Hauser: Kellerbefunde in St. Martin in Passeier * Walter Hauser: Einführung in die Tagesthemen * Dr. Alexander Zanesco: Der Schmiedhof in Rabenstein * Wolfgang und Walter Kirchner: Die Obermairalm am Naturnser Fuchsberg * Dr. Martin Laimer: Fundgrube Blockbau: Das "F'Hochhaus" in St. Walburg in Ulten * Dr. Benno Furrer: Stufenwirtschaft: Eine bewährte Überlebensstrategie in den Schweizer Alpen.Exkursionen: * Dr. Martin Mittermair: Exkursion zu den Passeirer Schildhöfen * Dr. Harald Haller: Besichtigung der Alten Kaser in Pfistrad * Dr. Alexander Zanesco: Besichtigung des Schmiedhofes in RabensteinEin Tagungsband zum Thema ist in Vorbereitung. Kontakt: Arbeitskreis Hausforschung Südtirol Dr. Martin Laimer Tel. (0039) 349 2334175 E-Mail: laimer.martin@rolmail.net
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