Nachrichten

 Mitteilungen

 Rezensionen

 Buchhinweise

 Personalia

Tagungshinweise

Aktuelles   

Editorial

Home

Aktuelles

Wir über uns

Regionalgruppen

Kontakt

Mitgliedschaft

Publikationen

Archiv

Links

AHF_Logo_Web_kleiner
>> zurück

Hausforschung und… ?!

Thomas Eißing

 
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
auf der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises für Hausforschung im Oktober 2018 in Schwerin wurde mir das Amt des Vorsitzenden anvertraut. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken und hoffe, die erfolgreiche Arbeit des AHF weiterhin fördern zu können und zusammen mit dem Vorstand, dem Arbeitsausschuss und nicht zuletzt den Mitgliedern Themen für die Jahrestagungen zu entwickeln, die das wissenschaftliche und öffentliche Interesse an den Häusern und ihren Wohn- und Nutzformen stützen und zu ihrem Erhalt beitragen zu können.
Mein Dank gilt an dieser Stelle
Michael Goer, der von 2006 bis 2018 den Vorsitz innehatte. 2015 wurde der Vorstand mit Anja Schmid-Engbrodt, Herbert May und mir neu besetzt, Heinrich Stiewe blieb uns als Schriftführer und Garant für Kontinuität und Wissen um ältere Vorgänge erhalten. Wir hatten nun drei Jahre Zeit, uns als Team zu erproben. Die Zusammenarbeit hat sich bewährt und macht uns, hier darf in auch im Namen des gesamtes Vorstandes sprechen, durchaus Freude. Dass dies so ist, ist sicherlich auch ein Verdienst von Michael Goer, der im Juni 2016 den Vorstand und die alten neuen Mitglieder des Arbeitsausschusses nach Büdingen einlud, um dort, wo der AHF 1950 gegründet wur‧de, über zukünftige Schwerpunkte und Aktivitäten des AHF zu beraten. Im Editorial des Mitteilungsblattes Nr. 87 formulierte Michael Goer dies so: „Bewährtes fortsetzen und Neuem Raum geben. Dem möchte ich mich auch für die nächsten drei Jahre anschließen und bitte Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, uns darin mit ihren Ideen und Kritik zu unterstützen.
In Schwerin wurden als
weitere Vorstandsmitglieder gewählt: Dr. des. Anja Schmid- Engbrodt als stellvertretende Vorsitzende, Dr. Herbert May als Geschäftsführer, Dr. Heinrich Stiewe als Schriftführer und Dr. Bernd Adam als Beisitzer.
Anschließend wurden die
Mitglieder des Arbeitsausschusses neu gewählt. Mein Dank gilt hier vor allem dem ausgeschiedenen Mitglied Jens Christian Holst, der über Jahrzehnte den Arbeitsausschuss mit wichtigen Impulsen und Beiträgen unterstützt hat. Bernd Adam ist in Schwerin in den Vorstand gewechselt, so dass für den Arbeitsausschuss zwei Nominierungen vakant waren. Mit Prof. Dr. Rainer Atzbach (Dänemark) und Oliver Fries (Österreich) wurden zwei Kollegen aus dem europäischen Ausland gewonnen. Der Arbeitsausschuss ist weiterhin mit Dr. Thomas Nitz, Heinz Pantli (Schweiz), Carolin Sophie Prinzhorn, Dr. Barbara Rinn-Kupka, Dr. Michael Schimek, Dr. Thomas Spohn, Dr. Albrecht Sturm und Prof. Dr. Gabri van Tussenbroek (Niederlande) besetzt. Damit sind durch Arbeitsausschuss und Vorstand nahezu alle Regionen innerhalb Deutschlands und immerhin vier europäische Nachbarländer vertreten. Mich freut besonders, dass mit Oliver Fries ein Repräsentant der erst 2018 neu gegründeten Regionalgruppe Österreich in den Arbeitsausschuss aufgenommen wurde. Die neue Regionalgruppe stellt sich in diesem Mitteilungsblatt selbst vor, so dass ich bei diesem Hinweis bewenden lassen kann.
 
Die Vorbereitungen für die
nächste Jahrestagung „Hausbau und Bergbau, die im Oktober 2019 in Goslar stattfinden wird, haben begonnen. Die Planungen sind zeitaufwändig und es ist nicht immer leicht, innerhalb eines Jahres mit der direkten Beauftragung durch die Mitgliederversammlung und dem endgültigen Beschluss zum Tagungsort eine Tagung mit umfangrechen Exkursionsprogramm und ansprechenden Referentenbeiträgen zu organisieren. Nun sind die Erwartungen nicht eben gering, insbesondere dann, wenn eine sehr erfolgreiche und perfekt organisierte Jahrestagung wie 2018 in Schwerin vorangegangen ist. Daher ist es günstig, wenn Tagungsthemen etwa 2-3 Jahre im Voraus auf den Mitgliederversammlungen eingegrenzt und Arbeitsausschuss und Vorstand schon mit ersten Sondierungen beginnen können.
 
Die
Themenfelder des Arbeitskreises für Hausforschung sind breit. Ausgehend vom materiellen Bestand liegen Schwerpunkte in der konstruktiven Erforschung der Gefüge sowohl im Stein- als auch im Holzbau. Allerdings ist eine methodisch vergleichbare Innovation wie die Einführung der Dendrochronologie vor gut 40 Jahren zurzeit wohl eher nicht in Sicht. Hier können zusammenfassende oder überregional vergleichende Themen dennoch neue Forschungsimpulse geben. Die sozialgeschichtlichen Aspekte der Hausforschung wurden vor allem von der früheren Volkskunde bzw. der heutigen Europäischen Ethnologie beigetragen. Der Rückzug dieses Fachbereichs aus der Hausforschung ist häufig bedauernd festgestellt worden. Die Beschäftigung mit dem Wohnen, allerdings sehr viel stärker aus theoretischer Sicht, wurde von dem 2009 auf dem Historikertag in Dresden gegründeten Arbeitskreis „Haus im Kontext – Kommunikation und Lebenswelt neu begründet. Die Kontaktflächen, inhaltlichen Ergänzungen und Abgrenzungen sollten ausgelotet und für den AHF nutzbar gemacht werden. Dies gilt zum Beispiel auch für Organisationen wie die1952 gegründete britische VernacularArchitecture Group, der Koldewey-Gesellschaft, dem Arbeitskreis für historische Kulturlandforschung in Mitteleuropa (ARKUM) oder die 2013 gegründete Gesellschaft für Bautechnikgeschichte. Sehr interessant ist die deutsch- polnische Interessensgemeinschaft ANTIKON, ein polnisches Akronym, das sich vor allem für die Erforschung und den Erhalt der Fachwerk- und Holzarchitektur einsetzt. Die bewährten Kontakte zu den Landesämtern für Denkmalpflege und zu den Freilichtmuseen sollen natürlich fortgesetzt und für die breite Vernetzung des AHF genutzt werden.
Das Haus und seine Nebengebäude, die Erfassung seines konstruktiven und materiellen Bestandes, werden auch weiterhin das methodische Rückgrat des AHF bilden. Darüber hinaus sollen kultur- und sozialgeschichtliche Fragestellungen möglichst breite Berücksichtigung finden. Daher erscheint es mir wichtig, auf den Jahrestagungen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen übergeordneten Themen und Fragestellungen einerseits und aktueller, objektbasierter Forschung andererseits zu präsentieren. Gerade dieser Bereich soll für Nachwuchsforscher/innen offen stehen, die so den Weg in den AHF finden können.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich möchte Sie bitten, uns in Vorstand und Arbeitsausschuss für die kommenden drei Jahre zu unterstützten und wünsche Ihnen ein gesundes, engagiertes und ergiebiges „hausforschendes Jahr 2019.
 
Bamberg, im Dezember 2018
 
Dr. Thomas Eißing
Vorsitzender

 

Impressum

 Datenschutz